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Übersetzung: Informations sur ce trajet

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In diesem Artikel findet ihr die Übersetzung der lesenswerten allgemeinen Hintergrund-Informationen unserer französischen Freund_innen zum Castor-Transport, zum Castor-Fahrplan und zur Castor-Strecke.

 

Orginaltext in Französisch: Transport La Hague-Gorleben novembre 2011 - Informations sur ce trajet | Direkt zur animierten Karte

 

 

 

"Achtung: Wir geben hiermit die Informationen bekannt, die wir haben. Es ist aber möglich, dass AREVA und die SNCF sich entscheiden, den Streckenverlauf in letzter Minute zu ändern. In Rouen könnte der Zug die Route nach Amiens nehmen, aber es kann sein, dass er in Richtung La Grande Couronne Nord-Paris nimmt.

Mögliche Zeiten und  Streckenverlauf zum Herunterladen: PDF - 123.7 ko


Allgemeine Infomartionen

Der Transport wird stattfinden mit 11 Behältern vom Typ TN85- auch CASTOR ( CAsk for Storage and Transport Of Radioactive material) genannt.

Die Castoren werden zwischen dem 18. und 23. November zunächst auf der Straße von der AREVA-Fabrik in La Hague zur Zugstation von Valognes befördert werden. Dann verlassen sie Valognes mit dem Zug, um schließlich am Bahnhof in Dannenberg in Deutschland anzukommen. Dort werden sie erneut auf Lastwagen verladen für die letzten Kilometer, die sie von ihrem Ziel noch trennen, dem Zwischenlager in Gorleben.

Es handelt sich um die letzte Rückführung von hochradioaktivem verglastem Atommüll mit Ziel Deutschland.
Dem wird eine Serie von Rückführungen von Abfällen mit sog. „mittleren Aktivität“ folgen.


Warum dieser Transport?

Der in Atomreaktoren erzeugte Strom wird produziert durch Kernspaltung von Uran 235. Diese Stromproduktion hinterlässt eine erhebliche Menge an Atommüll, von dem die Industrie nicht weiß- und niemals wusste- was tun damit.

1965 ist eine Fabrik zur Wiederaufbereitung von strahlenden Abfällen eröffnet worden.

Im Laufe der Jahre haben zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland, Japan, die Schweiz, Australien, Schweden...) die strahlenden Abfälle ihrer Atomkraftwerke zur „Wiederaufbereitung“  in die Fabrik von AREVA nach La Hague geschickt. Die meisten dieser Länder haben mittlerweile  beschlossen, ihre Transporte zu beenden.

Nach der „Wiederaufbereitung“ kehren die Abfälle in verschiedener Form in die Länder zurück, aus denen sie kamen.

Einige Informationen über die deutsch-französische Zusammenarbeit bei der Wiederaufbereitung der radioaktiven Abfälle:

Die letzte Vereinbarung zwischen den Regierungen Deutschlands und Frankreichs über die deutsch-französische Kooperation bei der Bearbeitung strahlenden Atommülls aus deutschen Atomkraftwerken in der Wiederaufbereitungsanlange LA Hague stammt vom 25.April 1990.

Das Zurückschicken des deutschen Atommülls wurde durch ein Dekret zulässig ( Dekret  Nr. 2008-1369 vom 19.Dezember 2008, in dem die Vereinbarung veröffentlicht wurde in Form von Briefen, die zwischen den Regierungen der Bundesrepublik und Frankreichs  bezüglich der Transporte von  Atommüll am 20 und 28.Oktober 2008 gewechselt worden waren)

http://www.legifrance.gouv.fr/affichTexte.do?cidTexte=JORFTEXT000019962441

Verglaste Abfälle - Was ist das?

Die Wiederaufbereitung besteht darin, die verschiedenen radioaktiven Elemente, die in abgebrannten Brennelementen sind, voneinander zu trennen in:
- 95-96 %  wiederaufbereitetes Uran
- 1-2% Plutonium
- 3-4%  hoch radioaktive Abfälle (Spaltprodukte und minore Aktinide)

Die am stärksten radioaktiven Elemente, die 3-4% Abfälle mit sehr hoher Aktivität, die bei der Separation anfallen, werden in Glas eingeschmolzen. Das nennt man verglaster Atommüll.

Wie wird dieser Müll verpackt?

Der verglaste Atommüll wird anschließend in spezielle Container – Canister genannt- von ungefähr 500 Litern gesteckt. Die wiederum werden in sehr große Behälter von annähernd 110 Tonnen gestellt- diese Behälter nennt man CASTOR ( Cask for Storage and Transport Of Radioactive material). Jeder Castor enthält 28 Canister.

Wo kommen sie hin?

Die Castoren werden dann  nach Gorleben in Deutschland in ein Zwischenlager gebracht. Als Zwischenlager dient eine einfache Lagerhalle. Die deutsche Industrie hätte es gern, wenn der Müll anschließend in 500 Meter Tiefe in einem Salzstock unter dem Gebiet von Gorleben endgültig eingelagert würde. Aber die deutsche Bevölkerung leistet diesem Plan seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Widerstand.

Ob Bure oder Gorleben:  Den Atommüll einzugraben ist eine schlechte Idee.

Den Atommüll in der Tiefe einzugraben bedeutet, dass für diese Gebiete das Risiko, radioaktiv kontaminiert zu werden, für 10.000e von Jahren bestehen wird.

In Deutschland wurde der Standort Gorleben mehr aus politischen als aus geologischen Gründen ausgewählt: Niedrige Bevölkerungsdichte, schlechte ökonomische Situation, konservative Wähler und eine vorteilhafte geopolitische Lage: Gorleben liegt an der Elbe an der Grenze zur ehemaligen DDR.

Die Art des Untergrunds dieses Gebietes ist absolut ungeeignet für die Einlagerung von Atommüll- es gibt überhaupt keinen tauglichen Untergrund,  denn man kann, wenn der Müll einmal eingelagert ist, die Reaktionen des Salzstocks weder vorhersehen noch kontrollieren- dies genauso wenig wie  das Eindringen von Wasser.

Das Beispiel des Salzstockes in der Asse sollte ausreichen, um die Verfechter dieses Vorhabens abzuschrecken. Tausende Fässer mit leicht und mittelradioaktivem Müll sind -offiziell als Forschungsvorhaben bezeichnet- in den Jahren 1960 bis 1970 dort eingelagert worden. Damals wurden die
Menschen von den Zuständigen beruhigt. Heute aber läuft Wasser in das Bergwerk, es  bricht zusammen und kontaminiert so unumkehrbar die unterirdischen Wasservorräte.

In Bure in Frankreich versucht die ANDRA (Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs) ebenfalls, ein Endlager zu bauen. Bure ist ein kleiner Ort mit 92 Einwohnern an der Grenze des Département Meuse in Haute-Marne. Der Staat hat dieses Gebiet 1994 bestimmt, um dort in 500 Meter Tiefe ein « laboratoire de recherches scientifiques souterrain »(wissenschaftliches Labor für unterirdische Forschung) einzurichten. Unter dem Begriff “Labor“ verbirgt sich eine andere Realität:

Die vorgesehene Endlagerung von Atommüll. Dieses CIGEO (Centre Industriel de Stockage géologique) genannte Projekt soll lt. ANDRA im Jahr 2017 in die Tat umgesetzt werden und beinhaltet:

- Ein Endlager 500 m unter der Erde mit einer Fläche von 15 km². Es soll am Ende 8.800 m³ langlebigen hochradioaktiven Atommüll und 70.000 m³ langlebigen mittelaktiven Atommüll aufnehmen.

- Ein Gebiet von 70 ha wird zu einer Nuklearzone aufgebaut zur Zwischenlagerung des Atommülls für die Zeit, die er zum ausreichenden Abkühlen zur weiteren Bearbeitung braucht.

- Eine Wiederaufbereitungsanlage, um den Atommüll zu komprimieren, damit er weniger Platz braucht und compatibel für die Endlagerung in 500 Meter Tiefe.  

Vor Ort widersetzen sich Gruppen und Demonstranten dem Projekt:

Bure Stop http://burestop.free.fr/spip/
Bure Zone Libre (55) http://burezoneblog.over-blog.com/

Bure zone libre betreibt ein Widerstandshaus (Maison de de Rèsistance) gegen den nuklearen Mülleimer in Bure- getragen von der  SCI (=  60 %  BLZ, 40 % „reseau du sortir du Nucléaire“). Bure zone libre ist eine Antiatom-Vereinigung, die sich auf die Ablehnung des Vergrabens von Atommüll in Bure konzentriert, die aber auch zahlreiche nationale und internationale Aktionen unterstützt. Über die klassischen Aktionsmittel jeder Vereinigung zur Verbreitung von Information hinaus hat Bure zone libre mit dem Widerstandshaus ein spezielles, wertvolles Werkzeug gegen den Atommülleimer eingerichtet.

CACENDRCollectif d’Action Contre l’Enfouissement des Déchets Radioactifs  (54)
http://cacendr.over-blog.com/


CEDRA  Collectif contre l’Enfouissement des Déchets Radioactifs) (52) in La Hague am Ärmelkanal.
http://burestop.free.fr/spip/spip.php?rubrique60


EODRA (Association des élus opposés à l’enfouissement des déchets radioactifs)

http://www.stopbure.com/

Les Habitants Vigilants http://habitantsvigilants.wordpress.com/
QV (Qualité de vie à Ville sur Terre) (52) http://www.villesurterre.com/index.php


Ein absurder und gefährlicher Transport

Die Bearbeitung des Mülls in der Fabrik in La Hague vermindert nicht einmal dessen Radioaktivität, sie erhöht sogar seine Menge. Dieser Vorgang ist extrem giftig und verseucht das Wasser und die Umwelt.

Außerdem bleiben die speziellen Waggons – leer oder voll- verstrahlt und es ist stark davon abzuraten, sich dem Zug zu nähern oder zu intervenieren. Zudem ist es extrem riskant , den Müll zu transportieren: Die Konsequenzen eines Unfalls mit den verglasten Abfällen in den hochradioaktiven Behältern könnten sehr schwerwiegend sein.

Ein Transport, geheimgehalten vor den Volksvertretern, Eisenbahnern und der Bevölkerung

Die Risiken des Transports werden schöngeredet, und die Bevölkerung wird nicht informiert über den Verlauf der Fahrt des Transportes. Wie es immer ihre Gewohnheit ist, haben die Behörden und die Atomindustrie  die Geheimniskrämerei und Intransparenz gewählt und lassen die Volksvertreter, die Eisenbahner  und Anwohner in völliger Ahnungslosigkeit.

Es gibt keine „Lösung“ dafür, was man mit den radioaktiven Abfällen anfangen kann: Das einzig Vernünftige ist, durch den Ausstieg aus der Atomenergie schnellstmöglich aufzuhören, sie zu erzeugen."


* Carte intéractive des trajets possibles (Flash – 26.4 ko)

      

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Samstag, den 12. November 2011 um 22:40 Uhr

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CASTOR -Südblockade // November 2011 // Berg/Pfalz
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