Strahlen-Skandal Gorleben

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Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages widerspricht Landesregierung

Laut einer Stellungnahme des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages beruht die Zulassung des CASTOR-Transports nach Gorleben, der in wenigen Tagen stattfinden soll, vor dem Hintergrund des Strahlen-Skandals auf "wenig überzeugenden" und "unwissenschaftlichen" Argumenten. Nach wie vor sei zweifelhaft, ob der Grenzwert für radioaktive Strahlung am Zwischenlager Gorleben überschritten wird oder bereits überschritten ist.


Aus der Stellungnahme des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages folgt, daß der kommende CASTOR-Transport so vom niedersächsischen "Umwelt"-Ministerium nicht hätte genehmigt werden dürfen. Die AutorInnen verweisen darauf, daß Meßgeräte am Zaun des Zwischenlagers, in das nun weiterer hochradioaktiver Müll eingelagert werden soll, "bereits im Sommer eine erhöhte Strahlung" angezeigt hätten. Der Einlagerungsbetrieb hätte daraufhin ausgesetzt werden müssen, bis Klarheit über eine mögliche Überschreitung der gesetzlich zulässigen Strahlen-Dosis besteht.


Niedersachsens "Umwelt"-Minister Hans-Heinrich Sander hatte sich auf Nachmessungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und deren Berechnungen mit überhöhten Werten für die Hintergrundstrahlung gestützt. Fachleute im Auftrag der Atomkraft-GegnerInnen hatten jedoch herausgefunden, daß bereits seit Jahren überhöhte Werte für die Hintergrundstrahlung eingesetzt wurden und mit Hilfe solch manipulierter Rechnungen die dem Atom-Müll zuzurechnende Strahlung verharmlost wurde. Werden jedoch realistische Werte für die Hintergrundstrahlung von den Meßwerten abgezogen ergibt sich: Bereits seit 2003 wird der gesetzliche Grenzwert von 0,3 mSv am Zaun des Zwischenlagers Gorleben überschritten. Es wurde ein Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg eingereicht.


Nun stellte auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages fest, daß die Argumentation aus Niedersachsen "wenig überzeugend" und "unwissenschaftlich" sei. Insbesondere fehle eine "kritische Auseinandersetzung mit Unsicherheiten und Fehlergrenzen."


Nach neuesten Meldungen soll der CASTOR-Transport einen Tag vorgezogen werden und bereits am Mittwoch bei der französischen Plutonium-Fabrik LaHague starten. Dies würde bedeuten, daß er am Donnerstag die deutsche Grenze bei Karlsruhe erreichen kann. Nach Angaben des französischen Anti-Atom-Netzwerks 'Réseau Sortir du nucléaire' sind Blockade-Aktionen in Valognes, Rouen, Montérolier-Buchy und anderen Orten geplant. Die wendländischen Anti-Atom-Initiativen wollen an der für Samstag, 26. November, in Dannenberg angekündigten Groß-Kundgebung gegen den CASTOR-Transport festhalten. Bundesweit wird jedoch schon jetzt von Atomkraft-GegnerInnen dafür geworben, nicht erst am Samstag ins Wendland zu fahren, um sich an CASTOR-Blockaden zu beteiligen.


Die Anti-Atom-Initiativen weisen darauf hin, daß sich alle, die sich an Protesten und Blockaden beteiligen wollen, selbst auf dem Laufenden halten sollen:

www.castor-suedblockade.de

www.gorleben-castor.de


REGENBOGEN NACHRICHTEN
20.11.2011

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Sonntag, den 20. November 2011 um 17:29 Uhr

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CASTOR -Südblockade // November 2011 // Berg/Pfalz
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